Drei besondere Tage in und um Hannover

Gudrun Benkhofer und ihr Mann Sebastian übernahmen die Patenschaft für drei weitere Etappen mit dem Mühlstein. Die beiden hat das Steinfieber schon länger gepackt, angefangen mit der Etappe nach Lüdenscheid und dann weiter nach Iserlohn sowie die Etappe von Münster nach Telgte.

In Lüdenscheid konnte seinerzeit sowohl der Mühlstein als auch Michael Flossbach bei Familie Benkhofer übernachten.

Dieses mal hatten die beiden sich besondere Ziele in und um Hannover gesetzt, zu denen Sie mit dem Mühlstein Rollen wollten. So sollte unter anderem die Gedenkstätte Ahlem aufgesucht werden und hier ein Gedenken abgehalten werden.

Hierzu sollte auch die jüdische Gemeinde Hannover mit eingeladen werden sowie der Regionspräsident. Es wurde viel telefoniert und geschrieben, aber letztendlich war selbst die Gedenkstätte nicht geöffnet.

Los ging es am 19. August 2018 gegen 13:00 Uhr am Heimatmuseum in Ronnenberg. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an den Museumsleiter Herrn von der Heide, dass der Mühlstein eine Woche im Foyer stehen bleiben durfte.

Rund 2 Stunden später erreichten Gudrun & Sebastian die KZ-Gedenkstätte in Hannover-Ahlem. An der Wand der Namen wurde ein Gedenken abgehalten.

„“Es ist so unfassbar ruhig und friedlich hier. Nur die Wand der Namen berichtet über die Menschen, die dem Grauen des NS-Regimes zum Opfer fielen.“ schrieb Gudrun später.

Nach einer Stärkung im ehemaligen Mädchenhaus der Gartenschule Ahlem mit Kaffee und Kuchen suchte Sebastian gerade am Straßenrand sitzend ein Hotelzimmer, als folgendes geschah. Eine Frau sprach die beiden an und fragte, ob sie die Steinroller sein, denn sie habe von dem Stein gehört und sie gesucht. Sie zeigten Monika und ihrem Mann Wolfgang den Stein und erklären einiges dazu und spontan erfolgte die Einladung zur Übernachtung.

„So geht Frieden und Gemeinschaft im kleinen“ (Gudrun Benkhofer)

Im Raum der Stille im Café Jerusalem der jüdischen Gartenbauschule Ahlem hatten Gudrun & Sebastian noch einen Überlebenden der Shoah getroffen. Dieser lebt noch in der jüdischen Gemeinde Hannover. Am nächsten Morgen wurde Gudrun wach mit dem Gebetsgesang der buddhistischen Mönche des Klosters, das dem Haus der Gastgeber gegenüberliegt

„Der Stein vereint sie alle“ (Gudrun Benkhofer)

Nach einem guten Frühstück starteten vier Personen gegen 10 Uhr in Ahlem. Dank Martin und Wolfgang wurde es ein unvergesslicher Tag. Es ging quer durch Hannover zum Rathaus, zumal Mahnmal im Opernplatz bis gegen 18:00 Uhr das Altwarmbüchener Meer bzw. das Mahnmal der Sinti und Roma erreicht wurde. Unterwegs gab es noch eine Zwangspause, da ein Fahrradfahrer seinen Drahtesel am Mühlstein befestigt hatte.

Unterwegs gab es immer wieder interessante Gespräche, Diskussionen und neue Kontakte. Einer der neuen Kontakte machte darauf aufmerksam, dass es in der Nähe des Etappenziels für den 21. August - die Stadt Burgdorf - ein Antikriegshaus geben würde - genauer gesagt in Sievershausen.

Der letzte von drei Tagen begann um 9:00 Uhr auf dem Parkplatz des Gartencenter Gelhaar. Wolfgang wanderte wieder mit und seine Frau Monika nutzte den freien Tag, um das Begleitfahrzeug zu fahren. So konnte es auch ohne Rucksack losgehen.

Auf dem Weg nach Burgdorf machten die Steinroller einen kurzen Zwischenstopp in der Wahlheimat unserer Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dem Dorf Beinhorn. Weiter ging es über die Autobahn, um dann in einem wunderbaren Café am Wegesrand einzukehren.

Rund 4 h nach dem Start konnte der Stein ins Gemeindehaus der St. Pankratiusgemeinde gerollt werden.

Gudrun hat die letzten paar Kilometer im Begleitfahrzeug zurückgelegt. In Burgdorf konnten die Begleitunterlagen (Flyer, Fahne, Schlüssel) bei Lars Schumacher vom Ordnungsamt hinterlegt werden.